MMM 19/2014

Mittwoch, 10. Dezember 2014

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Nachdem ich in der letzten Woche den MMM aus Zeitgründen geschlabbert habe, freue ich mich umso mehr, in dieser Woche wieder dabei zu sein.

In schöner "Tradition" zeige ich auch heute wieder einen Mantel.

Zum "Darunter" schreibe ich nichts. Das habe ich bereits in diesem Post aus dem August getan.

Der Mantel ist aus einem Wollwalk genäht, den ich vor einigen Jahren auf dem Stoffmarkt gekauft habe. bei dem Schnittmuster handelt es sich wieder um den alten Carina Schnitt, nachdem ich bereits diesen Mantel genäht hatte.  


Wenn ich die Hände nicht so "zufällig" in die Taille stemme wie auf dem obigen Foto, sieht man auch, dass Schnitt und Stoff nicht wirklich ideal zusammen passen.


Auf dem obigen Bild ist zu erkennen, dass der Mantel irgendwie etwas sperrig aussieht. Was bei einem dünneren und leichter fallenden Material üppig und schwingend wirkt, sieht in Wollwalk doch leicht etwas sperrig aus. Daher nenne ich diesen Mantel auch gern meine Pferdedecke. Naja, der Jahreszeit angemessener wäre wohl Rentierdecke...

Die Ärmel sollen übrigens so lang sein, auch wenn es komisch aussieht, aber bei so einem hüllenartigen Mantel finde ich extralange Ärmel schön, dann kann man sich richtig darin einmuckeln, wenn es kalt und windig ist.


Hier die Rückansicht:


Der Wollwalk in Großaufnahme und so richtig schön verschwommen. Ich konnte an dem Stoff einfach nicht vorbeigehen, er hat so etwas schäfchenwolkig-getupftes. Wenn die Bildqualität besser wäre, könnte man erkennen, dass neben dem Kordelmuster rosa und weiße, fluffige Tupfen eingearbeitet sind.


Gefüttert habe ich den Mantel mit einem zartrosa Futtertaft, passend zu den rosa Tupfen auf dem grauen Walk. 



Apropos, Rentierdecke, da fällt mir gerade etwas ein. Habt Ihr schon von der neuesten Hiobsbotschaft gehört?
Soeben ist hier die neueste Meldung hereingekommen, dass die Elche in diesem Jahr einen Streik über Weihnachten angedroht haben. Kein Witz! Sie drohen damit in diesem Jahr Weihnachten zu bestreiken, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

Erfreulicherweise ist es mir gelungen, die Vorsitzende der GDWEK (Gewerkschaft der Weihnachts-Elchkühe) Rita Rotnase zu einem Interview zu bewegen.


 Quelle: pixabay


RR= Rita Rotnase
msk = machen statt kaufen

msk: Liebe äh, Frau Rotnase. Vielen Dank, dass Sie sich in dieser hektischen Phase die Zeit für ein kurzes Interview genommen haben. Ich muß zugeben, die Nachricht über Ihren angedrohten Streik hat doch viele Menschen sehr bestürzt.

RR: Tja, es ist uns natürlich bewußt, dass viele Menschen unter so einem Streik zu leiden hätten und wir würden ihn natürlich gern vermeiden, aber es liegt am Weihnachtsmann sich mit uns an einen Tisch zu setzen und gemeinsam mit uns über unsere berechtigten Forderungen zu diskutieren.

msk: GDWEK der Name dieser Gewerkschaft ist wahrscheinlich noch nicht allen unseren Lesern geläufig. Warum gibt es denn nun auch eine eigene Gewerkschaft für die Elchkühe. Bisher war uns nur die GDWE bekannt also die Gesellschaft der Weihnachts-Elche. Wenn ich mich nicht irre, ist dort sogar Ihr Mann Rudolph Rotnase der amtierende Vorsitzende. Warum nun noch eine zweite Gesellschaft für Weihnachts-Elchekühe?

RR: Das ist es ja gerade. Bei Weihnachts-Elchen denken alle sofort an Rudolph Rotnase. Wenn ich das schon höre: Rudolph, Rudolph! Was hat er denn bisher für die Elche und insbesondere für die Elchkühe erreicht? Nichts! Statt ernsthaft für unser aller Rechte einzutreten frisst er sich doch nur den Bauch voll und schaukelt sich die - piiiiiiiiiieeeep - (an dieser Stelle mussten wir die Ausdrucksweise von Frau Rotnase aus Jugendschutzgründen leider überpiepsen).
Vom Weihnachtsmann lässt er sich doch immer wieder mit einer Extraration Futter einwickeln und dann gießen sich die beiden gemeinsam einen hinter die Binde. So sehen die Verhandlungen der GDWE mit dem Weihnachtsmann aus!

msk: Hm, das hört sich bisher irgendwie sehr harmonisch an. Welche Probleme gibt es denn bei den Weihnachts-Elchen? Wir auf der Erde bekommen davon ja irgendwie nicht so wirklich viel mit...

RR: Das Problem ist, dass die Männer wieder einmal zusammen halten. Was glauben Sie denn, wer Jahr für Jahr wirklich die Geschenke zu den Kindern bringt? Rudolph und seine Kumpane? Hah, das ich nicht lache! Jedes Jahr das selbe Spiel. Bereits ab Mitte Oktober fangen die Kerle an rumzukümen "Oh, Schatz mein Rücken, ich glaube ich brauche eine Ruhepause" oder "Uh, ich glaube meine Schmerzen deuten auf einen Leistenbruch hin, ich habe gerade meine Symptome gegoogelt und das kann nur ein Leistenbruch sein". Ganz beliebt ist natürlich auch immer die klassische "Männergrippe" die gern auch noch  kurzfristig am 4. Advent genommen wird. Was glauben Sie, wer dann die ganze Arbeit macht, damit die Kinder in aller Werlt nicht mit großen, traurigen Augen unter den Weihnachtsbäumen sitzen? Wir, die Weihnachts-Elchkühe. Bisher haben wir noch in jedem Jahr den Karren aus dem Dreck den Schlitten aus den Wolken gezogen. Glauben Sie der Weihnachtsmann hätte das zu würdigen gewußt? Nein! Immer noch bekommen Elchkühe max. 70% der Futterrationen Ihrer Männer. Und so etwas im 21. Jahrhundert!

msk: Oh, das ist in der Tat sehr äh, heterogen. Wie sehen denn nun Ihre konkreten Forderungen aus?

RR: Nun zuerst einmal fordern wir, dass der Weihnachtsmann unsere Gewerkschaft anerkennt. Es ist schließlich unser Recht, uns mit einer eigenen Gewerkschaft für unsere Rechte als vollwertige Belegschaftsmitglieder der Weihnachts-Elche einzusetzen. Da wir von unseren männlichen Kollegen keine Unterstütung bekommen, bleibt uns nichts anderes übrig, als uns in einer eigenen Gewerkschaft zu organisieren. Bisher weigert sich der Weihnachtsmann aber kategorisch, sich mit uns an einen Tisch zu setzen und über einen eigenen Tarifvertrag mit uns zu verhandeln.

msk: Also verstehe ich Sie richtig, dass es bisher noch gar nicht im Detail um einzelne Forderungen ging sondern um die generelle Bereitschaft des Weihnachtsmannes ihre Gewerkschaft anzuerkennen?

RR: Genau, bisher weigert er sich strikt, mit uns einen eigenen Tarifvertrag auszuhandeln. Dabei steht uns dies arbeitsrechtlich zu. Der Weihnachtsmann verweigert uns also eines unserer elementaren Grundrechte! 

msk: Aber würden Sie es denn wirklich darauf ankommen lassen, dass in diesem Jahr Millionen von Kindern keine Weihnachtsgeschenke bekommen?

RR: Das wär zwar sehr bedauerlich aber wir hoffen auf das Verständnis  und die Solidarität der Bevölkerung. Es ist dringend an der Zeit, dass wir für unsere Rechte selbst eintreten können und Gehör finden.

msk: Wie sähen denn Ihre konkreten Forderungen aus, wenn der Weihnachtsmann sich zu Verhandlungen bereit erklären würde?

RR: Nun, das lässt sich in den folgenden Punkten drei zusammenfassen:
  1. Gleiches Gehalt für gleiche Arbeit
  2. Bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Beruf
  3. 50% Elchkühe in Führungspositionen

msk: Führungspositionen bei den Weihnachtselchen?

RR: Natürlich! Glauben Sie man könnte die Elche einfach so losrennen lassen und der Weihnachtsmann wüsste schon den Weg? Nichts da. Das ist in jedem Jahr eine riesige, logistische Herausforderung und die einzelnen Teams müssen immer exakt in der richtigen Sekunde am richtigen Platz stehen um den Weihnachtsmann mit seinem Schlitten zu übernehmen.

msk: Wie einzelne Teams? Ich dachte immer der Weihmnachtsmann hätte seine festen 7 Weihnachtselche die den Schlitten um die Welt ziehen?

RR: Gute Frau, sie glauben wohl auch noch an den Osterhasen? Wie soll denn das gehen in einer Nacht weltweit alle Kinder zu beschenken mit 7 Rentieren?

msk: Naja, wenn Sie es so sagen...

RR: Genau! Diese Teams müssen das ganze Jahr über hart trainiert werden, damit in der Weihnachtsnacht alles minutiös klappt und alle auf das Kommando der Weihnachts-Elchkuh-Lotsinnen hören.

msk: Weihnachts-Elchkuh-Lotsinnen???

RR: Natürlich, bei Ihnen fliegen die Flugzeuge doch auch nicht wie sie lustig sind durch die Gegend sondern müssen sich an die Anweisungen aus dem Tower halten.

msk: Da haben Sie natürlich recht. Aber wieso sitzen dort nur Weihnachts-Elchkühe?

RR: Ganz einfach. Die Jungs haben in den letzten Jahrhunderten mit der Nase ständig zu tief in den Glühwein geguckt. Das gab dann oft brenzlige Situationen. Deshalb werden seit den letzen 50 Jahren nur noch Elchkühe für den Job eingestellt. Die warten mit dem Glühwein, bis auch das letzte Kind sein Geschenk bekommen hat.

msk: Verstehe. Aber was raten sie denn all den Eltern in unserem Land, die sicher gehen wollen, dass ihr Kind auch in diesem Jahr sein Weihnachtsgeschenk bekommt?

RR: Tja, da bleiben nur die anderen Logistikunternehmen: Deutsche Bahn, Lufthansa, Amazon. Äh, wenn ich mir das recht überlege sind das vielleicht auch keine so guten Alternativen...

msk: Vielen Dank Frau Rotnase für dieses Gespräch, wir wünschen Ihnen und uns viel Glück für Ihre Verhandlungen mit dem Weihnachtsmann.

Kleiner Tipp an alle Leser/Innen: In diesem Jahr, ist es vielleicht sinnvoll die Geschenke selbst zu machen, wenn man auf der sicheren Seite sein will...

Garantiert streikfrei aber dafür gut angezogen, treffen sich heute wieder alle fleissigen Schneiderlein auf dem Me made Mittwoch Blog (wenn sie nicht bereits an den Weihnachtsgeschenken nähen)


Kommentare:

  1. Das sieht nach einem richtigen "Overall"-Mantel aus - mit integriertem Muff. Mir hat die Don-Camillo-Variante sehr gut gefallen. Aber auch wenn dieser Walk nicht ganz so "gefällig" ist - der Mantel ist doch wunderschön!

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  2. Wunderbar - Mantel wie Interview :-) Danke für das erste Lächeln an diesem Morgen!

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