MMM 20/2014

Mittwoch, 17. Dezember 2014

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Schon wieder ist eine Woche vorbei und beim Me made Mittwoch treffen sich eine Woche vor Weihnachten, wieder die fleissigen Schneiderlein.

Mein heutiges Modell ist wieder einmal ein Mantel (dann bin ich aber auch durch mit meinen Beständen an Wintermänteln - äh, zumindest für dieses Jahr, hier liegt noch ein Ufo...).
Der Mantel besteht aus einem Doublefacematerial, dass ich vor ca. 3 Jahren auf einem Stoffmarkt gekauft habe. Es ist mir gelungen das letzte Reststück abzuschnappen, das der Händler noch davon hatte.




Die Oberseite besteht aus einem schwarz/weissen Strick und die Unterseite (oder umgekehrt) aus einem dicken, weichen Plüsch. Hier eine Großaufnahme von der Strickseite:


Für den Mantel habe ich denselben Schnitt genutzt, wie für die Jacke in diesem Post, nur in einer längeren Variante und ohne Pelerine.

Hier eine Rückenansicht:


Den Mantel habe ich bewußt etwas weiter zugeschnitten, damit auch noch dicke Sachen drunterpassen, wenn es richtig kalt wird...

An Saum und Ärmeln, habe ich die Innenseite einfach nach außen umgeschlagen und mit der Hand umgenäht. So ist optisch der "Pelzbesatz" entstanden. Da ich wegen der Dicke des Materials auf Belege verzichtet habe, sind die vorderen Kanten und der Halsausschnitt mit schwarzem Schrägband eingefasst. Geschlossen wird der Mantel mit Druckknöpfen.

Gegen den Herbstwind trage ich dazu einen Schlauchschal, den ich aus Sockenwolle in einem Zopfmuster gestrickt habe:



Ich hoffe, man kann die Zöpfe erkennen, vielleicht hier etwas besser:


Der Mantel war im Grunde genommen flott zu nähen, da ungefüttert. Die Zeit, die ich beim Futter gespart habe, ist dann allerdings dafür draufgegangen, die Nahtzugabe alle auf der Innenseite mit der Hand festzunähen. Da ich mich nicht getraut habe das Material zu bügeln (die beiden Seiten sind mit einer undefinierbaren Gummischicht zusammengefügt...) habe ich einige kalte Abende dafür genutzt, das widerspenstige Material fein säuberlich anzunähen. Dabei habe ich mir ziemlich die Finger zerstochen, dafür war es aber schön warm...

Hier kommen noch Bilder von der Innenseite:


In Anbetracht des nahenden Weihnachtsfestes, kann der Mantel bei Bedarf auch prima dafür genutzt werden, um im Krippenspiel ein Schaf darzustellen, mäh...


Jetzt will ich Euch aber nichts weiter vom Schaaf erzählen, sondern etwas besinnlich werden und einem der Großmeister des deutschen Wortes den Vortritt lassen.

Um die richtige Atmosphäre zu schaffen, bitte vor dem Anklicken des Links eine Kerze anzünden und ein Tässchen Kaffee/ Tee und Kekse bereitstellen. Voila, mein allerliebstes Adventsgedicht:


So adventlich eingestimmt, empfehle ich nun eine Runde beim Me Made Mittwoch wo die schönen Werke der anderen Schneiderlein zu bewundern sind.  


Kommentare:

  1. Wow, ist DAS schön! Der Mantel sieht aussen (und innen) einfach wunderschön aus. Besonders gefällt mir der Schnitt. Da ich etwas dickere Oberarme habe, sind bei mir meistens die Arme zu eng oder ich darf drunter nur kurzärmlig oder eine dünne Bluse tragen. Und so verwundert es nicht, dass ich mit Jacken und Mäntel (kaufen und nähen) nicht viel am Hut habe. Wohl drum bin ich von deinem Modell so begeistert. Da schneint wirklich auch drunter ein dicker Pulli Platz zu haben. Ein bisschen bin ich deshalb enttäuscht, dass es davon kein (offizielles) Schnittmuster gibt. Ich werde aber meine Ottobrehefte hervornehmen und nach einem ähnlichen Modell suchen. Es muss doch wohl was ähnliches zu finden sein... Danke dir fürs Zeigen und die tolle Inspiration!
    Lieber Gruss
    Milena

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  2. oh, der Mantel ist ein Traum, und perfekt verarbeitet. Sicher eine Herausforderung.
    Ich bin begeistert und freue mich mit Dir auf den Tiefschnee.
    LG Marion

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  3. Hach, sieht der Mantel kuschelig aus! Du hast ja fürwahr eine Mantelparade...
    Ich hatte das Schrägband erst für einen Lederpaspel gehalten.
    Danke für die Erinnerung an das Loriot-Gedicht, das hatte ich schon wieder ganz vergessen. Ich glaube, die meisten Männer überleben Nikolaus nur, weil sie sich in den entsprechenden Situationen gern dünne machen...
    Lieben Gruß, Petra

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  4. So flauschig, da bist Du für jedes Wetter gerüstet. Die Nahtzugabe per hand anzunähen, wow mein tiefer Respekt. Ich steppe die NZ bei schwerem materail einfach fest. Auf der Vorderseit gibt das eine sportlich Note, das passt vielleicht nicht zu jedem Material. In jedem Fall beneide ich Dich glühend um Deine vielen Mäntel. Du kannst ja jeden Tag der Woche einen anderen anziehen, echt klasse. LG Kuestensocke

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  5. Ein einmaliger Mantel , wirklich toll. Für den Tipp mit dem Schrägband bin ich dir sehr dankbar. Ich habe noch einen ähnlichen Stoff im Schrank und spare mir nun das Überlegen für das Versäubern der Kanten.
    Viele Grüße
    Sylvia

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  6. Der Mantel ist ja voll kuschelig! Ich glaub, den könnte ich gar nicht mehr ausziehen. Genial finde ich deine auf links getrange Variante. Das hat echt was mit den Nähten.
    Liebe Grüße
    Gusta

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