anNäherung 2017

Sonntag, 22. Januar 2017

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Zuerst möchte ich mich an dieser Stelle für eure lieben Kommentare und Mails zu meinem letzten Post bedanken! 

Was ich noch vergessen hatte: Auch das Lesen Eurer Blogs hat mir in der Zeit gut getan, so konnte ich mir vergegenwärtigen, dass auch in schweren Zeiten, das Schöne weiterhin da ist.

Natürlich ist es noch besser in solchen Zeiten direkt gemeinsam mit anderen zusammen zu nähen. Daher war ich im letzten Jahr direkt bei 4 großen Nähevents und alle waren toll.  Die "Mutter allen Rudelnähens" ist für mich jedoch die anNäherung in Bielefeld! 


Auch in diesem Jahr war es wieder ganz wundervoll. Vor einer Woche ging es zu Ende und ich fühle mich immer noch ganz nähnerdflauschig.

Nachdem ich Anfang Januar mein Stofflager neu sortiert und fleissig ausgemistet hatte, nahm ich stolz eine große Tasche mit Stoffen für den Tauschtisch mit. Tja, ich kann mir nicht erklären wie es passiert ist, aber irgendwie waren dort so tolle Stoffe auf dem Tisch, dass ich mit einer deutlich volleren Tasche zurück gefahren bin...


Auf dem obigen Foto ist der Tisch bereits sehr abgeräubert. Wie zu erkennen ist, gab es auch reichlich Schnittmuster und Nähzeitschriften. Neben drei alten Knip-Ausgaben haben auch einige Einzelschnittmuster, den Weg zu mir nachhause gefunden:


Vielen Dank an die edlen Spenderinnen! Wie heißt es doch so schön: "Dem einen sin Uhl is dem anderen sin Nachtigall"

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und dem gemeinsamen Abendessen ging es direkt an die Maschinen. Offensichtlich wurde mit so viel Elan in die Pedalen getreten, dass plötzlich das Licht ausging (eine Sicherung durchbrannte?). Da die Nähmaschinen aber noch Strom hatten, wurde unbeirrt weiter genäht


Von solchen Petitessen lassen sich echte Nähherds schließlich nicht abhalten


Neben meinem üblichen Handnähprojekt hatte ich mir auch zwei zugeschnitten Kleider eingepackt. Irgendwie hatte mein Unterbewusstsein sich wohl nur auf das Handnähprojekt fixiert, so dass ich glatt das Stromkabel für meine Nähmaschine zuhause vergessen hatte. Uuups!
Dank Frau bunte Kleider und einem Leihkabel von ihr, konnte ich am Samstag richtig loslegen, nachdem ich den Freitagabend dazu nutzte, mit Frau Overlucks etwas zickender Overlock (hehe, ein Zungenbrecher) alle Teile meiner Kleider abzuzackeln.


Auf dem obigen Foto sieht man meinen Arbeitsplatz am Sonntagmorgen nach dem Frühstück. Die Teile meines zweiten Kleides (beide übrigens nach dem Schnittmuster Raven aus der Herbstausgabe der La Maison Victor) warten darauf zusammen genäht zu werden. Den kompletten Samstag habe ich übrigens an dem ersten Modell herumgehühnert. Die fertigen Ergebnisse zeige ich demnächst.

Es wurde das ganze Wochenende fleissig genäht



gemeinsam über die optimale Passform beratschlagt


und genossen mit so vielen gleichgesinnten Menschen einer Tätigkeit nachzugehen, die uns riesig viel Spaß macht. Ich finde, es herrscht an solch einem Wochenende immer eine ganz besondere, positive Energie. 

Am Sonntagnachmittag war es dann soweit, die Präsentation der (mehr oder weniger) fertigen Kleidungsstücke stand an. Ich kann hier nur einen kleinen Ausschnitt zeigen. Übrigens noch ein Hinweis. Bei allen Damen die meines Wissens nach ohne Gesicht bloggen und bei jenen, bei denen ich mir nicht sicher war, habe ich entsprechend die Gesichter wegretuschiert. Falls dennoch ein nicht gewünschtes Foto dabei sein sollte, bitte eine kurze Info an mich, dann werde ich es natürlich aus diesem Post entfernen.

Starten möchte ich mit drei Damen, die farblich mit ihren Outfits einfach so wunderbar zusammen passten, dass ich sie unbedingt fotografieren musste:


Frau Overluck, Mamamachtsachen und MaxLau (vlnr)

Es folgt ein Ensemble aus Rock und Blazer von Frau Siebenhundertsachen



Frau bunte Kleider mit kuscheligem Mantel


der auch ein tolles Futter bekommen hat


Wei sie zu den schnellen Schneiderlein gehört, hat sie auch noch ein Kleid genäht


Noch ein Puschelmantel, dieser gehört zu Rita


Ich würde beide Mäntel sofort nehmen!


Sehr schick: Mema im Trench von Named Patterns (den ich unbedingt auch noch nähen will)


Wie immer fleissig war auch das Büro für schöne Dinge

Bluse


und Cape


Ganz besonders entzückt hat mich das Werk von MaxLau

Ihr Nähsteckbrief


Das Kleid in der Rohversion


Detailaufnahme der Stickerei



Experten werden unschwer erkannt haben, dass es sich um die Inspiration durch ein Kleid aus der Winterkollektion von Dolce und Gabbana handelt. Ich bin schon so gespannt auf das fertige Exemplar, es wird bestimmt ganz wunderbar.

Besondere Fingerfertigkeit hat auch wieder Bele bewiesen


Sie nähte weiter an einem Pulli, der aus einem außergewöhnlich schönen Stoff besteht - aus Bändchen gewebt


Die Besonderheit besteht darin, dass der Oberstoff und das Seidenfutter des Pullis zusammen gequiltet werden - also auch hier ist viel Handarbeit erforderlich


Auf dem obigen Bild  kann man die aufwändige Innenansicht erkennen.

Es wurde auch ein Hochzeitskleid genäht, aus grüner Spitze und mit perfektem Sitz!


Frau Drehumdiebolzeningenieur im neuen Mantel - toller Schnitt, tolle Farbe!


Frau Overluck strahlt im neuen Mantel


das Lachen täuscht - während des Nähen hat sie sehr geflucht - ich saß neben ihr!

Mit weniger Gefluche entstanden aber genauso schön geworden - ihr neues Kleid aus der aktuellen La Maison Victor


Auch ganz toll geworden: das Kleid von Frau Nahtzugabe



Frau Crafteln mit neuem Stadtmantel


und umgeknittertem Knitterkleid


Beides genäht nach stokx-Schnitten aus ihrem eigenen Schnitmusterkiosk

Einen etwas abgewandelten Stadtmantel (mit Kapuze) nach dem gleichen Schnitt hat sich Ella Mara genäht


Einen kompletten Anzug hat sich Frau Nähkatze genäht - Wow!


Ein sehr tolles Kleid nach einem Burdaschnitt von Frau Langes Fädchen  - sehr raffinierte Vorderpartie!


Frau Alle Wünsche werden wahr im neuen Kleid - Schnitt und Farbe passen wieder perfekt zu ihr



Zu den besonders schnellen Schneiderlein gehört auch Chrissi, die neben zwei Taschen auch noch ein Kleid genäht hat...


Natürlich mit Paspeln!


Dies war - wie gesagt- nur ein kleiner Ausschnitt aus einem tollen Wochenende und den fertig gestellten Werken.

Schließen möchte ich mit einem kleinen Sneak-Peak auf meine beiden Kleider, die ich dort genäht habe: 


Allen Damen die dort anwesend waren möchte ich sagen: Es war wieder ganz toll mit Euch!

Allen anderen, die noch nie bei so einer Veranstaltung waren, kann ich nur sehr ans Herz legen, es einmal zu versuchen, Ihr werdet es nicht bereuen! Wer noch nach einer Gelegenheit sucht, wird vielleicht hier fündig.

Zuletzt noch ein dickes Dankeschön an Susi, Miriam und Alex für die Organisation. Ihr seid toll und habt uns auch in diesem Jahr wieder eine große Freude mit der Veranstaltung gemacht!

Me made Mittwoch 1/2017

Mittwoch, 11. Januar 2017

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Ein frohes neues Jahr wünsche ich allerseits!


Heute treffen wir uns zum ersten Me Made Mittwoch des Jahres 2017 und traditionell geht es dort zum Jahresanfang immer um das Lieblingsstück des Vorjahres.



Mein Lieblingsstück des Jahres 2016? Da muss ich nicht lang überlegen:



Insgesamt habe ich im letzten Jahr sehr wenig genäht aber nicht nur deshalb handelt es sich bei dem Jäckchen um mein Lieblingsstück des Jahres.





Die Details zu diesem wieder komplett mit der Hand genähten Jäckchen sind in diesem Post nachzulesen.



Als Ausgangsmaterial habe ich überwiegend alte T-Shirts verwendet.





Eben diese T-Shirts sind es auch, die für mich dieses Jäckchen zu meinem Lieblingsstück machen.



Normalerweise verzichte ich darauf in meinem Blog über private Dinge zu schreiben, aber da es in einem inhaltlichen Zusammenhang mit dem Thema Nähen steht und aufgrund des heutigen Datums tue ich es ausnahmsweise doch einmal.



Leider war 2016 für mich ein sehr trauriges Jahr, da meine Schwester völlig unerwartet und viel zu früh gestorben ist.


Das hatte insgesamt meine Lust zu nähen und darüber zu bloggen etwas gedämpft. 



Als Kleinkind habe ich nur ungern allein im Bett geschlafen. Bei meinen Eltern bin ich nach kurzer Zeit immer in der Besucherritze gelandet. Sehr unbequem! Mein großer Bruder hat immer zu sehr im Bett gewühlt - da war dann nicht genug Platz - auch doof! Meine Schwester hat nicht gewühlt und darüber hinaus ist sie Nacht für Nacht(!) unter das Bett gekrochen, wenn ich geheult habe, weil ich im Schlaf mal wieder meinen Schnuller verloren hatte (der unter das Bett gerollt war) und nicht weiterschlafen konnte.



Und dieser Mensch ist dann plötzlich einfach nicht mehr da!



Als ich meinem Schwager dabei geholfen habe, den Kleiderschrank meiner Schwester auszuräumen, habe ich einen großen Stapel ihrer T-Shirts mitgenommen in der Absicht, sie zu neuen Stücken zu verarbeiten.



Das erste dieser Werke ist obiges Jäckchen. Beim Zuschneiden konnte ich noch das Parfum riechen, mit dem sie ihren Schrank beduftet hatte - und habe dabei das eine oder andere Tränken verdrückt. 



Wenn ich das Jäckchen trage, habe ich immer irgendwie das Gefühl meine Schwester um mich zu haben. 



Nähen kann also auch dabei helfen traurige Dinge zu verarbeiten, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.



Heute wäre ihr Geburtstag gewesen. Daher für meine Schwester und all die anderen Menschen die uns im letzten Jahr zu früh verlassen haben:







Bevor wir nun alle in kollektives Schluchzen verfallen, gebe ich weiter zum Me Made Mittwoch. Ich bin gespannt welche Lieblingsstücke des letzten Jahres uns dort präsentiert werden und welche Geschichten sich möglicherweise hinter ihrer Entstehung verbergen.

Weihnachtssack mit Lametta

Freitag, 30. Dezember 2016

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Auch wenn ich in diesem Jahr aus Zeitgründen nicht am Weihnachtskleid Sew Along teilgenommen habe, brauchte ich dennoch ein Weihnachtskleid.


Es sollte bequem sein und trotzdem schick genug um unter dem Weihnachtsbaum noch als einigermaßen festlich durchzugehen. An meinem skeptischen Blick auf obigem Foto kann man erkennen, dass ich mit der Silhouette noch irgendwie fremdele...

Ich hatte mich dafür entschieden, diesmal ein Kleid zu nähen, mit dem ich mich aus meiner Komfortzone herausbegebe. Normalerweise trage ich Kleider, die bis zur Taille eher auf Figur geschnitten sind und erst danach weiter werden.

Wie wahrscheinlich einige bereits erkannt haben werden, handelt es sich bei obigem Kleid um das Modell Raven aus der La Maison Victor Ausgabe Sept./ Okt. 2016.

Das Kleid konnte ich - nicht zuletzt bei der Annäherung Süd im Oktober diesen Jahres - bereits mehrfach im Original bewundern und fand es immer ziemlich klasse, an Anderen, aber an mir?


So eine Sackform an mir fühlt sich doch ziemlich hm, sackig an. Als Stoff habe ich eine dehnbare, festere Viskose(?) Qualität gewählt (vom Stoffschrottplatz in Münster für 4,- pro Meter). Die Farbe ist ein dunkles Rauchblau und erinnert mich am fertigen Kleid doch fatal an ein Hausmeisterkittelchen. Soviel zum Thema festlich unterm Weihnachtsbaum. Was also tun?

Auf der Suche in meinem Kleiderschrank bin ich dann auf ein Halstuch gestoßen das ich bisher erst einmal getragen hatte, da es nur wenig Anlässe gibt, bei denen es nicht overdressed wirkt:


Tadaa: Ein Tuch bei dem zwischen zwei Lagen eines schwarzen Hauchs von Nichts eine Lage Lametta befestigt wurde. Gefunden hatte ich es bereits vor Jahren auf einem Stoffmarkt in Bensberg.


Mehr Blingbling geht nicht - o. K. ich hätte mir noch Weihnachtskugeln an die Ohren hängen können, aber Weihnachtsohrringe in Sternchenform mussten an dem Tag genügen. 

Auch wenn ich die weite Form des Kleides an mir noch immer sehr gewöhnungsbedürftig finde, bin ich damit zumindest unter dem Weihnachtsbaum nicht unangenehm aufgefallen, konnte den Abend in einem sehr bequemen Kleid genießen und wurde nur ab und zu mit dem Baum verwechselt...


Zwei Änderungen habe ich am Original-Schnittmuster vorgenommen:

Den Rocksaum habe ich wie immer bei meiner Größe von 1,74 einige cm tiefer gelegt.

Da ich mit 3/4 Ärmeln immer irgendwie friere, habe ich auch die Ärmel etwas verlängert. Ansonsten konnte ich alles so lassen, da das Kleid zumindest nicht passformsensibel ist.

Ich könnte mir vorstellen in einem weniger hausmeisterkittelaffinen Stoff würde es mir vielleicht ganz gut gefallen, daher werde ich dem Schnitt im nächsten Jahr noch eine weitere Chance geben.

Ich hoffe Ihr hattet auch alle entspannte und gemütliche Weihnachten, und konntet (wenn ihr denn nicht arbeiten musstet) die wunderbaren, faulen Tage zwischen den Jahren genießen.

Zoe die 2.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

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Nachdem ich beim Me Made Mittwoch in der letzten Woche bereits meine erste Version nach dem Kleiderschnitt Zoe von Rosape vorgestellt habe (leider sehr spack, besonders unter den Armen) bin ich heute mit der zweiten Version dabei:




Wie an meinem entspannten Gesichtsausdruck deutlich zu erkennen: Die zweite Version sitzt, wackelt und hat Luft!

Durch die übliche "wir fotografieren ein schwarzes Kleidungsstück Problematik" sind leider die Details nicht wirklich gut zu erkennen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Frau Sewing Galaxy bedanken, die mir mit Ihrem Hinweis einfach die Brustabnäher höher zu legen, viel Arbeit erspart hat!

Wie auch beim 1. Kleid nach diesem Schnittmuster habe ich die Größe M gewählt. Dadurch dass der für das 2. Kleid verwendete Jersey wirklich längs- und querelastisch ist (wie im Schnittmuster angegeben) kann ich den Schnitt nun auch besser beurteilen.




Keine Sorge, der ernste Gesichtsausdruck täuscht. Mit dem Schnitt bin ich wirklich zufrieden. Er fällt recht groß aus, so dass ich an den Seiten noch jeweils 1cm weggenommen habe (also insgesamt 4cm herausgenommen), dies aber erst unterhalb der Armkugel, damit diese nicht zu eng wird.

Im Schnitt wird vorgeschlagen ein schmales Bündchen aus dem Kleiderstoff am Halsausschnitt anzunähen. Da ich Belege am Halsausschnitt grundsätzlich schöner finde als Bündchen, habe ich wie bei Kleid Nummer 1 auch hier die Belegvariante genäht.

Wahrscheinlich wäre für den Sitz des Ausschnitts aber ein Bündchen doch sinnvoller gewesen, da man damit die Ausschnittweite besser regulieren kann. Der hochgeschlossene Ausschnitt im Vorderteil gefällt mir sehr gut (es gibt auch eine Variante mit tieferem Ausschnitt auf dem Bogen) aber der Ausschnitt im Rückenteil ist für meinen Geschmack noch zu tief:


Dabei ist dies eine reine "Wohlfühlfrage". Im Hals- und Nackenbereich bin ich sehr kälteempfindlich und mag es lieber, wenn auch im Rückenteil der Ausschnitt höher ist. Diese Kleinigkeit werde ich aber bei einer dritten Version (man merkt: ich mag den Schnitt...) noch anpassen.

Damit mir auch in dieser Version nicht zu kalt ist, trage ich dazu wieder "Smoth Moove Nr.1"


Ahhh hier noch einmal ein Foto in der Angebervariante:


Das Tuch ist riesig geworden, da ich statt der vorgesehenen drei insgesamt 4 Segmente mit verkürzten Reihen gestrickt habe. Mit dreien war es mir etwas zu klein (ich habe mit 2,5er Nadeln gestrickt) mit vieren hat es nun allerdings Pferdedeckengröße erreicht.

Bei den anderen 4 (hüstel) Tüchern die ich nach dieser Anleitung gestrickt habe, bin ich aber mit drei Segmenten ausgekommen. Dafür habe ich einfach die Maschenanzahl zu Beginn des ersten Segments von 120 auf ca. 135 erhöht und damit insgesamt eine Größe erreicht, die mir gut gefällt.

Nun aber zu einem anderen Thema. Aus aktuellem Anlass möchte ich Euch diesen investigativen Bericht nicht vorenthalten. Nie hätte ich gedacht, welche Dramen sich auf Weihnachtsbaumplantagen abspielen. Aber seht selbst:





Jetzt aber weiter zum adventlichen Me Made Mittwoch. Dort begrüßt uns heute Wiebke in einer entzückenden Blumenstraußmusterbluse und philosophiert über das Für und Wider von Jersey und Webware (dem ich 100% beipflichten kann - nichts geht über Bewegungsfreiheit in der Kleidung)