Materialtest Sprühfarbe

Sonntag, 15. Juni 2014

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Für meine Projekten nach den Techniken von Nathalie Chanin, bin ich imer noch auf der Suche, nach einer einfachen Methode, wie ich ohne große Schweinerei mit Schablone und Textilfarbe Muster auf die obere Stoffschicht übertragen kann.

Auf dem Kölner Creativmarkt bin ich vor zwei Wochen zufällig auf Textilfarbe gestoßen, die bereits im Pumpzerstäuber angeboten wird. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes "Fashion-Spray" der Firma Marabu. Eine Flasche mit 150ml kostet je nach Anbieter zwischen 4€ und 5€.

Hier nun das Ergebnis meines ersten Selbstversuchs:





Als Versuchskaninchen musste ein alter Einkaufsbeutel aus Leinen eine Tote Bag herhalten. Zugegebenerweise bin ich nicht besonders sorgfältig vorgegangen. Statt dessen habe ich neugierig und ungeduldig einfach happschnapp einen ersten Versuch gestartet. 

Die einzelnen Flecken sind entstanden, weil ich versucht habe , die Farbe möglichst deckend aufzusprühen. Das war ein Fehler, wie ich dann beim anschließenden Entfernen der Schablone feststellen musste. Von der für ein deckendes Ergebnis benötigten Menge an Farbe ist sehr viel überschüssige Farbe auf der Kunststoffschablone gelandet und anschließend heruntergetropft.

Erste Erkenntnis also: Keinen allzu deckenden Farbauftrag bei der Verwendung von Kunststoffschablonen anstreben. 

Nathalie Chanin verwendet in ihrem Unternehmen Filzschablonen. Um dies auszuprobieren habe ich mir auf dem Creativmarkt auch noch sogenannten Industriefilz besorgt und werde von den Ergebnissen berichten, sobald ich mir die erste Schablone aus diesem Material zurechtgeschnitzt und ausprobiert habe. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei der Verwendung von Filzschablonen eher möglich ist, deckende Farbschichten aufzusprühen.
 
Das obige Foto ist übrigens entstanden, nachdem die Tasche eine Runde bei 30% in der Waschmaschine hinter sich hatte. Vorher wurde die Farbe noch durch Bügeln fixiert. Der rote Farbton ist ziemlich stark beim Waschen ausgeblutet.

Zweite Erkenntnis also: Man sollte mit einem gewissen Ausblutungsgrad der Farbe leben können.

So richtig überzeugt hat mich die Verwendung dieser Farbe in Verbindung mit Kunststoffschablonen noch nicht. Selbst bei einem etwas dezenteren Farbauftrag, bleibt es doch eine ziemliche Schweinerei, wenn man immer wieder die Schablone neu auflegen muss um ein flächendeckendes Muster zu erreichen. Die Schablone muß vor jedem neuen Auflegen mit Wasser abgespült werden um Flecken zu vermeiden. Bei einzelnen Motiven finde ich die Methode aber ganz O.K.. Bei großen Schablonen aus Filz die ein komplettes Schnittteil abdecken, erscheint mir die Methode möglicherweise auch gut anwendbar.


Als Zwischenschritt habe ich mich bei einem aktuellen Modell allerdings für eine andere Anwendungsweise des Fashion-Sprays entschieden.

 
Das Muster habe ich wie bisher mit mit einer Schablone und einem dünnen Filzstift auf die obere Stoffschicht übertragen. Aus dem obigen Bild seht Ihr die untere Stofflage. Es handelt sich um einen ursprünglich hellblauen Jersey den ich dann einfach locker mit dem Farbton Nachtblau übersprüht habe. Man kann deutlich sehen, dass der Sprühnebel unterschiedlich große Farbpünktchen ergibt, was ich allerdings ganz charmant finde.

Wie das fertige Ergebnis aussieht, zeige ich dann in einem späteren Post. Es wird allerdings noch ein Weilchen dauern, bis das gute Stück fertig ist.
 

Kommentare:

  1. Ah, das ist ja ganz großartig, dass du über diese Farbe berichtest, denn ich hatte sie kürzlich einmal in einem Prospekt gesehen, mir aber nicht den Namen und die Marke gemerkt, so dass ich sie im Handel nicht wiedergefunden habe. Nun weiß ich, wonach ich fragen muss. Ich wollte sie natürlich auch für die Chanin-Technik ausprobieren. Danke für deinen ersten Erfahrungsbericht.
    LG
    Siebensachen

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  2. Für mein Alabama-Projekt habe ich die Quick&Dirty - Version deiner Sprühflasche probiert: Ich habe stark verdünnte Textilfarbe in eine ausgemusterte Glasreinigerflasche gefüllt. Die Schablone war sehr groß, das Übertragen des Musters ging mit der Methode trotzdem schnell.
    Wichtig war, dass die Unterseite der Schablone wirklich fest aufliegt, ich habe sie mit temporärem Sprühkleber fixiert. Und man muss tatsächlich VOR dem Abziehen der Schablone die stehende Farbe mit Küchenkrepp abtupfen. Das ging aber sehr schnell da die Konsistenz wirklich wie Wasser war und nicht geschmiert hat. Mein Stoff war vorgewaschen und hat die Flüssigkeit sofort willig aufgenommen.
    Ich war sehr zufrieden mit dem Resultat, der Stoff ist vor allem schön weich geblieben.

    Auf deine Erfahrungen mit der Schneidbarkeit des Filzes bin ich gespannt- das stelle ich mir tricky vor.

    (Ich frage mich aber grundsätzlich schon, warum Nathalie Chanin nicht den Weg über den Siebdruck geht, gerade bei der Herstellung ihrer eigenen Bastelkits. Klar kann sie das nicht für den DIY-Bereich empfehlen, aber sonst? Wär das ja viel präziser und schneller.)

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  3. Danke für Deinen Erfahrungsbericht, Filz ist sicher nicht so leicht vorzubereiten und saugt dann auch verhältnismäßig viel Farbe. Bin gespannt auf weitere Experimente.
    LG Ute

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