Projekt Minimalschrank - Teil 3

Sonntag, 13. März 2016

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Heute geht es in meinem Projekt Minimalschrank um die Vorstellung von Inspirationen - mit welcher Art von Kleidung lebt es sich auch bei einem möglichst kleinen Schrank noch gut und abwechslungsreich?



Je weniger Kleidungsstücke man besitzt umso mehr Funktionen sollte jedes einzelne Teil im Schrank erfüllen können. Also sehen wir uns doch einmal um im weiten Feld der wandlungsfähigen Kleidungsstücke:

Am bekanntesten ist wahrscheinlich das sogenannte convertible-dress auch als infinity dress bekannt. Dabei handelt es sich in der Regel um ein Kleid, bei dem das Oberteil auf verschiedene Arten um den Körper drapiert werden kann, wodurch jeweils ein anderes Erscheinungsbild entsteht. Zumeist kommen diese Kleidungsstücke als simpler Tellerock mit zwei langen Bindebändern für das Oberteil daher. Hier ein Beispiel inkl. Tutorial, dass ich im Netzt gefunden habe:


Mir persönlich fehlt da allerdings etwas Stoff am Oberkörper. Rückenfrei ist nicht so ganz mein Ding. Insbesondere im Büro finde ich Ärmel auch ganz nett...

Mittlerweile gibt es diverse unterschiedliche Anleitungen zu dieser Art von Kleidern, die man mit ein bisschen Suche im Netzt finden kann. Hier noch ein zweites Beispiel mit ein wenig mehr Stoff - hier wird neben den Bändern noch ein zusätzliches Top an das Kleid genäht:


Das geht schon ein wenig mehr in meine Richtung aber 100% finde ich es auch noch nicht. 

Dann bin ich auf die Kleider der Firma Henkaa gestoßen und habe dort endlich das gefunden, was ich mir vorgestellt habe, ein convertible dress  (Kaufkleid) mit Ärmeln:




Dieses Kleid nachzunähen wird aber wahrscheinlich nicht ganz so einfach wie es aussieht. Auf den ersten Blick ist es nur ein Wickelkleid mit sehr langen Bindebändern an den Vorderteilen. Allerdings muss es ein sehr dehnbarer Jersey sein, der auf keinen Fall fusseln darf, denn um den gewünschten Effekt zu erzielen, wird das Kleid offenkantig verarbeitet. Darin sehe ich auch die größte Schwierigkeit: Selbst wenn ich die einzelnen Teile (wie ich es bei Jersey fast immer mache) mit dem Rollschneider zuschneide, wird es doch sehr schwierig sein, eine wirklich überzeugende saubere Kante hinzubekommen. Wer sich das obere Video anschaut, wird feststellen, dass am Vorderteil des Kleides über dem Rockteil ein abgeschrägtes Bündchen angebracht ist das für einen guten Sitz sorgt. Da ich nicht wirklich die Meisterin der Schnitttechnik bin, werde ich wahrscheinlich mehrere Versuche benötigen, bis es mir gelingt dieses Kleid zu meiner vollen Zufriedenheit zu nähen.

Die im Video gezeigte One-Sholder-Version würde ich übrigens nicht so tragen wie gezeigt, aber mit einem ebenfalls "einarmigen" Body in Kontrastfarbe darunter, stelle ich es mir sehr schick vor. Mit diesem einen Kleid bekommt man also mehrere Verschieden Kleider und auch einen Rock - nicht schlecht für den Anfang.


Die Firma Simplicity bietet übrigens auch ein Schnittmuster für solch ein convertible dress an, aber leider auch nur in der ärmellosen Version:



Quelle: burdastyle.de




Die Firma Seamly.co aus Brooklyn bietet einen Jumpsuit/ Overall an, der nach dem gleichen Prinzip funktioniert. Dort heißt er dann Pantsuit:

Quelle: Seamly.co

Jumpsuits mag ich normalerweise nicht so gern, da es bei jedem Toilettengang nötig ist, sich völlig auszustrippen - und das wo ich immer so schnell friere - brrrrrr.
Seamly.co hat sich aber einen Schnitt einfallen lassen, bei dem im rückwärtigen Hosenteil ein Reißverschluss eingebaut ist, so dass man nicht immer das komplette Gewickel aufdröseln muss - sehr clever! Unter dem obigen Link kann man sich übrigens auch in einem  kurzen Tutorial  ansehen, welche Tragevarianten dieses Modell bietet.

So ein Teil nachzunähen erfordert wahrscheinlich auch wieder etwas Gehirnschmalz, aber ich denke, das Ergebnis wäre es wert. 

Intellektuell deutlich an meiner Grenze, bin ich allerdings bei den Shirts der Firma 


Die Inhaberinnen haben auf dieses Shirt ein Patent angemeldet und mir ist nicht wirklich klar, wie sie es geschafft haben, die offensichtlich zwei Schichten aus denen das Shirt so zu verbinden, dass es so viele verschiedene Tragevariationen gibt - ganz großes Kino.

Übrigens: Bei meinem Blog geht es um das selbst nähen und nicht um das kaufen. Auch ist mein Blog weiterhin werbefrei. Ich zeige hier also nur Dinge, die mir selbst gefallen und die ich daher empfehle. Fairerweise muss ich auch sagen, dass die Preise all der oben gezeigten Kleidungsstücke, für den Nutzen den sie bieten sehr moderat sind und dass ich es durchaus sinnvoll finde, solch kleine Unternehmen zu unterstützen.
Für alle die auch gern einen kleinen Kleiderschrank möchten, aber nicht nähen können, wären daher die o. g. Firmen wahrscheinlich einen Versuch wert.

Auch sehr wandlungsfähig (wenn auch deutlich hochpreisiger) ist dieses Jacken-/Blusen-/Rockmodell der argentinischen Firma pickaro puck






Hier findet sich auch bereits ein  Schnitt  dafür - wunderbar!

In der aktuellen Simplicity - Meine Nähmode ist übrigens auch ein Schnitt zu einem Wende-Wickelkleid enthalten, der auch als Einzelschnitt zu bekommen ist:





Quelle: Burdastyle.de


Den Sitz des Kleides finde ich auf dem obigen Foto aber noch nicht wirklich überzeugend. Hübscher finde ich da dann doch das walkaway-dress von Butterick

Dann gibt es noch diverse Jacken-/ Schalmodelle, die sich auf unterschiedliche Weise tragen lassen. Besonders bekannt die Variante von DNKY:







Erfreulicherweise gibt es hier eine Version der Zeitschrift Threads zum selbst nähen.

So, das war jetzt ein kleiner Einblick in die Welt der wandelbaren Kleidungsstücke. Einige davon werde ich in den nächsten Wochen/ Monaten nähen. Dafür habe ich mir auch bereits ein Pinterest-Board angelegt, welches in der nächsten Zeit wohl auch noch etwas umfangreicher werden wird.

Im nächsten Teil dieser Reihe, geht es dann um das Thema Farbwahl.

Zum Schluss noch eine Anmerkung in eigener Sache: Auf den besonderen Wunsch einer einzelnen Dame habe ich die Schrift etwas vergrößert, ich hoffe meine Posts sind nun etwas besser lesbar?



Kommentare:

  1. Den Pantsuit finde ich ja genial. Und der Schnitt für das Jacken-/ Blusen-/Rockmodell sieht so einfach aus, dass es einen Versuch wert wäre. Vielen Dank für die schöne Inspiration.
    Liebe Grüße
    Elsa

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  2. Danke für die Ideen mit den Kleidern an einem Stück. Das "Nähmode" Titelmodell hab ich schon gemacht, aber noch nicht getragen, weil zu kalt.
    Das, was für dich erstrebenswert ist, ist für mich nahezu Horror: Einschränkungen im Kleiderschrank. Und trotzdem find ich dein Projekt sehr spannend und bewundere dich im Geheimen.;-)
    LG Stefanie

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  3. Spannend, spannend!
    Und die größere Schrift ist eine wunderbare Erleichterung auch für mich! Danke.
    Gruß
    Petra

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