Auch wenn ich in diesem Jahr aus Zeitgründen nicht am Weihnachtskleid Sew Along teilgenommen habe, brauchte ich dennoch ein Weihnachtskleid.
Es sollte bequem sein und trotzdem schick genug um unter dem Weihnachtsbaum noch als einigermaßen festlich durchzugehen. An meinem skeptischen Blick auf obigem Foto kann man erkennen, dass ich mit der Silhouette noch irgendwie fremdele...
Ich hatte mich dafür entschieden, diesmal ein Kleid zu nähen, mit dem ich mich aus meiner Komfortzone herausbegebe. Normalerweise trage ich Kleider, die bis zur Taille eher auf Figur geschnitten sind und erst danach weiter werden.
Wie wahrscheinlich einige bereits erkannt haben werden, handelt es sich bei obigem Kleid um das Modell Raven aus der La Maison Victor Ausgabe Sept./ Okt. 2016.
Das Kleid konnte ich - nicht zuletzt bei der Annäherung Süd im Oktober diesen Jahres - bereits mehrfach im Original bewundern und fand es immer ziemlich klasse, an Anderen, aber an mir?
So eine Sackform an mir fühlt sich doch ziemlich hm, sackig an. Als Stoff habe ich eine dehnbare, festere Viskose(?) Qualität gewählt (vom Stoffschrottplatz in Münster für 4,- pro Meter). Die Farbe ist ein dunkles Rauchblau und erinnert mich am fertigen Kleid doch fatal an ein Hausmeisterkittelchen. Soviel zum Thema festlich unterm Weihnachtsbaum. Was also tun?
Auf der Suche in meinem Kleiderschrank bin ich dann auf ein Halstuch gestoßen das ich bisher erst einmal getragen hatte, da es nur wenig Anlässe gibt, bei denen es nicht overdressed wirkt:
Tadaa: Ein Tuch bei dem zwischen zwei Lagen eines schwarzen Hauchs von Nichts eine Lage Lametta befestigt wurde. Gefunden hatte ich es bereits vor Jahren auf einem Stoffmarkt in Bensberg.
Mehr Blingbling geht nicht - o. K. ich hätte mir noch Weihnachtskugeln an die Ohren hängen können, aber Weihnachtsohrringe in Sternchenform mussten an dem Tag genügen.
Auch wenn ich die weite Form des Kleides an mir noch immer sehr gewöhnungsbedürftig finde, bin ich damit zumindest unter dem Weihnachtsbaum nicht unangenehm aufgefallen, konnte den Abend in einem sehr bequemen Kleid genießen und wurde nur ab und zu mit dem Baum verwechselt...
Zwei Änderungen habe ich am Original-Schnittmuster vorgenommen:
Den Rocksaum habe ich wie immer bei meiner Größe von 1,74 einige cm tiefer gelegt.
Da ich mit 3/4 Ärmeln immer irgendwie friere, habe ich auch die Ärmel etwas verlängert. Ansonsten konnte ich alles so lassen, da das Kleid zumindest nicht passformsensibel ist.
Ich könnte mir vorstellen in einem weniger hausmeisterkittelaffinen Stoff würde es mir vielleicht ganz gut gefallen, daher werde ich dem Schnitt im nächsten Jahr noch eine weitere Chance geben.
Ich hoffe Ihr hattet auch alle entspannte und gemütliche Weihnachten, und konntet (wenn ihr denn nicht arbeiten musstet) die wunderbaren, faulen Tage zwischen den Jahren genießen.