MMM 03/2014 Rosa Blingbling

Mittwoch, 28. Mai 2014

in
Dem trüben Wetter an diesem Mittwoch halte ich entgegen mit einem Ensemble in optimistischem Rosa.





Blazer und Top aus Jersey beide wieder mit der Hand genäht. in diesem Fall habe ich auf dekorative Techniken wie z.B. Reverse Applique verzichtet und den Stoff einlagig verarbeitet, da er so schon ziemlich dick ist. Es handelt sich um einen Jersey aus 100% Baumwolle. Ursprünglich wollte ich ihn gern für ein Kleid verwenden, aber da er kein Elasthan enthält, hatte ich Angst vor einem "Leierpo", der sich nach intensivem Sitzen auf dem Bürostuhl in dem Material bilden könnte. 

Der Schnitt für den Blazer ist wieder nach meinem Grundschnitt erstellt. Der Schnitt beruht übrigens auf keinem speziellen Schnittsystem. Wir haben in der Atelierschule einfach meine Maße genommen und an Hand dieser Angaben den Schnitt erstellt. Die Vorgehensweise wird so z.B. auch in dem Buch 
dargestellt. 

Der unterste Armlochpunkt sitzt direkt in der Achsel. Der Grundschnitt ist so erstellt, dass er sehr spack sitzt. Ich würde also ein Kleidungsstück in Webware nicht so eng tragen (es sei denn, ich würde kurzfristig einen Aushilfsjob als Nachrichtenmoderatorin übernehmen, aber dann würde man mir den Blazer auch auf den Körper tapen und hinten noch mit Wäscheklammern sichern...). Bei Jersey ist die nötige Mehrweite einfach über breitere Nahtzugaben regelbar (ich habe 1,5 cm Nahtzugabe angeschnitten aber bei 1 cm genäht).

Meine Inspiration  war der Betsy Blazer aus der  aktuellen Alabama Chanin Kollektion.

Dafür habe ich folgende Abwandlungen an meinem Grundschnitt vorgenommen:

Im Rückenteil sind zusätzliche Teilungsnähte eingebaut, es besteht aus 4 Teilen (zwei seitlichen und zwei mittleren Teilen)


Im Vorderteil habe ich bei den beiden mittleren Vorderteilen ca. 3cm über der Taille zusätzliche Teilungsnähte eingearbeitet. In der Originalversion von Nathalie Chanin ziehen sich die vertikalen Teilungsnähte nicht über die ganze Höhe der Vorderseite durch. Statt dessen sind die seitlichen Vorderteile verkürzt und die mittleren Vorderteile im oberen Bereich zur Seite hin verbreitert. Dieses Gefrickel wollte ich mir definitiv nicht antun. Ich meine, hallo - wer näht schon ohne Not "um die Ecke". Man muß es sich ja nicht unnötig schwer machen. So groß finde ich den optischen Unterschied zu meinem Blazer auch nicht.

Wie man auf den obigen Fotos gut erkennen kann, sind die Schultern etwas überschnitten. Würde ich bei einem anderen Modell (aus Webware) etwas verschmälern. Bei einem Jerseyblazer gefällt es mir aber ganz gut.

Als weitere Änderung wurde die Halsrundung etwas höher gezogen und ein Kragenschnitteil erstellt. 

Da ich nicht ganz auf dekorativen Schnickschnack verzichten wollte, habe ich wie bei der Originalversion einen Schwung Knöpfe aufgenäht. Dadurch bin ich dann auf den Geschmack gekommen und habe noch zusätzlich winzige, rosa Stiftperlen um die Knöpfe herum und auf den "Taschenpatten" aufgenäht.

Im Gegensatz zum Original habe ich keine selbst umhäkelten Druckknöpfe verwendet (äh, ich habe einen Häkelversuch gestartet, bin aber dann leider gescheitert...).
Statt dessen habe ich rosa Kamsnaps eingedrückt.

Suchspiel: Na, wer findet die Kamsnaps auf dem Bild unten ;o)



Die Taschen sind übrigens ein Fake und dienen nur dekorativen Zwecken. Da ich echte Taschen nur vollstopfen und dadurch unschön  ausbeulen würde, habe ich mir die Arbeit gespart. 

So sieht der Blazer offen getragen aus





Für das Top habe ich wieder einen Schnitt von Nathalie Chanin genutzt. Er stammt aus ihrem ersten Buch.

Hier das Original, das sie in diversen Variationen anbietet  


Und das ist meine Version




Uups, unschöne BH-Falten -Röllchen  in der Rückansicht. Ich bitte diese freundlicherweise zu übersehen, öhem.
Auf die Nutzung von Kontrastfarben für die Nähte habe ich verzichtet, da ich einen ruhigen Gesamteindruck erzielen wollte.

Wie in diesem Post bereits erwähnt,  hatte ich ein "Leierproblem" an Hals- und Armausschnitten. Dies konnte ich durch die Verwendung eines Streifens Bügeleinlage und die maximale Dehnung des Einfasstreifens beheben. 

Im Gegensatz zum Original habe ich auch den unteren Saum Eingefasst, da ich mich mit offenen Säumen bisher noch nicht wirklich anfreunden konnte.

Hier gehts lang, zu den anderen Mittwochsschönheiten mit Frau Kirsche als Vortänzerin in einem entzückenden Kleid:


Kommentare:

  1. Wow, was für ein Kunstwerk! Die Spielerei mit den schönen Knöpfen gefällt mir besonders gut. tolle Farbe, das Set passt super zu Dir und an Dir, bin schwer beeindruckt. LG Kuestensocke

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  2. Gefällt mir, ein ganz besonderes Stück!
    Gruss LiLo

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  3. Blazer und Top sind dir ganz ausgezeichnet gelungen. Und komplett handgenäht- das hat meine ganze Hochachtung.
    LG
    Siebensachen

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  4. Deine handgenähten Stücke sind echt zu bewundern! Ich finde sie alle sehr schön. Die Idee mit der Knopfverzierung beim Blazer gefällt mir sehr gut, da bieten sich viele Möglichkeiten. Das Schöne an den Ideen von Nathalie Chanin ist ja auch, dass man sie so gut abwandeln kann.
    Übrigens gefällt mir dein Blogtitel auch sehr gut!
    LG
    Susanne

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  5. Respekt! Noch ein so tolles Teil von Hand genäht. Wunderschön.
    Danke für den ausführlichen Post.
    Liebe Grüße
    Susan

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  6. Du hast auch diesmal ein wunderbares Outfit gefertigt. Mir gefällt es ausgesprochen gut.

    LG Martina

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